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ConnectUlm: Plattform vernetzt ukrainische Studierende
Welcome Event zum Kooperationsstart mit der Ukrainischen Freien ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ

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Wenn nächste Woche das Wintersemester beginnt, nehmen auch ukrainische Geflüchtete ein Studium an der ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ auf. Schon jetzt ist die Plattform ConnectUlm gestartet, die Vernetzungs- und Hilfsmöglichkeiten für Studierende aus der Ukraine bündelt. Beim Welcome Event am Donnerstagmittag hatten die Neuankömmlinge Gelegenheit, Kontakte zu Ulmer Studierenden zu knüpfen und sich über Unterstützungsangebote zu informieren.

Zu Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine erreichten das International Office täglich Anfragen von Studieninteressierten aus den umkämpften Gebieten. Inzwischen haben sich mehr als 50 ukrainische Studierende in das Vorbereitungsprogram „FOKuS Studienstart Deutsch“ eingeschrieben. Etliche von ihnen konnten nun das Rüstzeug für ein Studium an der ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ erwerben. Um wirklich im neuen Land anzukommen, braucht es jedoch viel mehr als Sprachkenntnisse und eine Hochschulzugangsberechtigung. Daran erinnerte sich wohl auch der Controlling-Experte Professor Péter Horváth: Kurz vor seinem Tod spendete der gebürtige Ungar der Uni Ulm 100 000 Euro. Mit diesem Geld sollte ein Willkommensprogramm für ukrainische Studierende auf die Beine gestellt werden. Nun ist die Plattform offiziell gestartet.

Memorandum of Understanding mit UFU unterzeichnet

Beim „Welcome Event“ unterzeichneten der Ulmer ºÚÁÏ´«ËÍÃÅspräsident Professor Michael Weber und die Rektorin der (UFU) in München, Professorin Maria Pryshlak, ein Memorandum of Understanding. Ab sofort wollen die ºÚÁÏ´«ËÍÃÅen bei der Ausbildung ukrainischer Studierender kooperieren. Professorin Maria Pryshlak betonte, dass sich die Studienangebote der geisteswissenschaftlich orientierten UFU und der medizinisch, naturwissenschaftlich sowie technisch ausgerichteten ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ perfekt ergänzen.

Doch die Plattform ConnectUlm bietet noch viel mehr: Einige Ulmer Studierende sind bereits dem Aufruf gefolgt, ihren ukrainischen Kommilitoninnen und Kommilitonen als „Buddies“ zur Seite zu stehen. Ein weiterer Türöffner könnten Kontakte des Uni-Programms InnoTeach zu regionalen Unternehmen sein, die ukrainisch- oder russischsprachige Mitarbeitende suchen. „Mit ConnectUlm schaffen wir eine Plattform, die verschiedenste Angebote auf akademischer und sozialer Ebene bündelt. Bei der Ausgestaltung wollen wir die Studierenden aus der Ukraine von Anfang an einbeziehen“, erläutert Professorin Olga Pollatos, Uni-Vizepräsidentin für Lehre. Möglichkeiten reichen vom kulturellen Austausch über wissenschaftliche Weiterbildung bis zur Gründung eines Start-ups.

Ukrainische Studierende bringen eigene Ideen in die Plattform ein

Anastasiia Kyrychenko aus Kyiv beginnt zum Wintersemester ein Studium der Molekularen Medizin an der ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ. Sie war bereits im Sommer Gaststudentin an der Uni und konnte ihr Deutsch perfektionieren. „Über das International Office bin ich auf ConnectUlm und das Buddy-Programm aufmerksam geworden. Ich habe mich sofort angemeldet und jetzt freue ich mich darauf, meine Ideen einzubringen“, sagt die Studentin. Anastasiia Kyrychenko kann sich zum Beispiel vorstellen, Uni-Webseiten für Landsleute zu übersetzen, die noch nicht viel Deutsch oder Englisch beherrschen.

Aus der Spende der Péter Horváth-Stiftung wird zunächst eine halbe Koordinatorenstelle für ConnectUlm finanziert. Außerdem erhalten Ukrainerinnen und Ukrainer die Möglichkeit, Hilfskraft-Verträge an der ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ abzuschließen, um sich so zu qualifizieren und Geld zu verdienen.
Beim Welcome Event hatten die Neuankömmlinge schon einmal alle Chancen, sich zu vernetzen. Neben Grußworten und einem Stehempfang mit Informationstischen, an denen sich unter anderem Career Center, Flüchtlingsrat und das Department für Geisteswissenschaften vorstellten, stand ein englischsprachiges Pub Quiz auf dem Programm. Die Studierendenvertretung (StuVe) spendierte den Ukrainerinnen und Ukrainern darüber hinaus Tickets für die beliebte Erstsemester-Party.

Wer sich in die Plattform ConnectUlm einbringen möchte, findet Informationen unter:
 

Über die Ukrainische Freie ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ (UFU)

Die UFU ist die einzige ukrainische Exiluniversität außerhalb der Ukraine. Sie wurde 1921 von aus Kiew vor der Roten Armee geflohenen Professoren und Studierenden der damaligen ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ Kiew in Wien gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlagerte sie ihren Sitz 1945 aus Prag nach München. Die ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ ist heutzutage in drei Fachbereiche unterteilt: Die Fakultät für Staats- und Wirtschaftswissenschaften, die Fakultät für Ukrainistik und die Philosophische Fakultät. Die UFU erfüllt die Rolle als Botschafterin u.a. der ukrainischen Kultur seit vielen Jahren und agiert heutzutage als „Brücke“ zwischen Deutschland und der demokratischen Ukraine. Aktuell hat die UFU einen großen Zustrom von Flüchtlingsstudenten aus der Ukraine und unterstützt deren Bildung und Fortentwicklung in besonderem Maße.
 

Text und Medienkontakt: Annika Bingmann

Unterzeichnung des Memorandums
Prof. Maria Pryshlak, Rektorin der Ukrainischen Freien ºÚÁÏ´«ËÍÃÅ in München, und der Ulmer ºÚÁÏ´«ËÍÃÅspräsident Prof. Michael Weber unterzeichnen das Memorandum of Understanding zwischen den Hochschulen (Foto: Eberhardt/Uni Ulm)
Prof. Pollatos, Prof. Pryshlak, Prof. Weber
Prof. Olga Pollatos, Vizepräsidentin für Lehre, begrüßte die ukrainischen Studierenden ebenso wie die UFU-Rektorin Prof. Maria Pryshlak und der Ulmer Uni-Präsident Prof. Michael Weber (v.l., Foto: Eberhardt/Uni Ulm)
Infomesse
Nach den Grußworten stellten sich wichtige Uni-Einrichtungen und Unterstützungsangebote den ukrainischen Studierenden vor (Foto: Eberhardt/Uni Ulm)
Studentin Anastasiia Kyrychenko
Anastasiia Kyrychenko aus Kyiv nimmt ein Studium der Molekularen Medizin an der Uni Ulm auf (Foto: Eberhardt/Uni Ulm)